
Spartan Races sind Hindernisrennen über verschiedene Distanzen – die Klassiker sind Sprint (5km, 20 Hindernisse), Super (10km, 25 Hindernisse) und Beast (21km, 30 Hindernisse), sowie eigene Spartan Races für Kinder.
Die Vielzahl und Verschiedenartigkeit der unterschiedlichen Hindernisse verlangt von den Athletinnen und Athleten Anpassungsfähigkeit, ein breites Spektrum an Fähigkeiten und das richtige Mindset – und ähnelt dadurch dem echten Leben in vielerlei Hinsicht.
Trainiert man für eine Spartan Race, trainiert man automatisch auch für ein längeres und gesünderes Leben.
Das Schlagwort in diesem Zusammenhang ist die sogenannte „Healthspan“ – anders als die reine Lebenserwartung („lifespan“) bezieht dieser Begriff das Maß an Gesundheit mit ein, das benötigt wird, um ein selbstständiges, erfülltes Leben führen zu können.
Dafür muss man etwas tun. Sofern man sich nicht ausschließlich auf gute genetische Anlagen und pures Glück verlassen möchte, muss man in seine langfristige Gesundheit Arbeit investieren. Und interessanterweise weist das Training für ein Spartan Race große Überschneidungsbereiche mit dem Training für eine längere „Healthspan“ auf:

- Kraft: Benötigt man bei einem Spartan Race für diverse Hindernisse, sei es, um sich selbst über etwas hinüberzuziehen oder zu hangeln, oder schwere Gegenstände zu tragen.
In Bezug auf die Healthspan wirkt Krafttraining der altersbedingten Sarkopenie entgegen, dient der Sturzprophylaxe und wirkt metabolischen Syndrom, Diabetes, etc. entgegen. Und, um Mark Ripptoe wieder einmal zu bemühen: „Strong people are harder to kill and more useful in general.“ - Aerobe Grundlagenausdauer (Zone 2) stärkt das Herz-Kreislaufsystem und steigert Anzahl und Effizienz der Mitochondrien.
- VO2max-Training führt zu einer gesteigerten Leistungsfähigkeit bei intensiven Belastungen (offensichtlich nützlich in einem Hindernisrennen) und reduziert das Risiko für Herzkrankheiten und verschiedene Krebsarten. Die VO2max gilt als guter Indikator für das Sterblichkeitsrisiko.
- Athletische Grundlagen: Bessere Mobilität und Stabilität sowie eine höhere Effizienz der Bewegungen sind nicht nur bei einem Spartan Race hilfreich, sondern ermöglichen uns auch im fortgeschrittenen Alter noch alltägliche Bewegungsabläufe, die uns in jüngeren Jahren zwar noch selbstverständlich erscheinen, die aber später (ohne Training) häufig verloren gehen und zu wesentlichen Einbußen in der Lebensqualität führen.

Natürlich kann man all diese Fitnessaspekte trainieren, ohne jemals an einem Hindernisrennen teilnehmen zu müssen. Für viele Leute ist es allerdings hilfreich im Hinblick auf Motivation und Disziplin, auf ein Trainingsziel hinzuarbeiten, das näher in der Zukunft liegt – das kann, aber muss natürlich kein Spartan Race sein.
Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die mentale Komponente: sich außerhalb seiner Komfortzone zu begeben ist Voraussetzung für Wachstum und persönliche Weiterentwicklung; Herausforderungen anzunehmen und zu bestehen bringt uns näher an die Verwirklichung unseres Potentials.
Welche Sportarten eignen sich konkret, um all die genannten Fitnessaspekte abzudecken? Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, je nach persönlichen Vorlieben.
Ich persönlich empfehle gerne folgende Kombination:
- Mark Lauren Bodyweight Training für athletische Grundlagen, Kraft und VO2max (je nach Programm)
- Ruck and Sandbag Training für Kraft (Progression für Fortgeschrittenere) und VO2max
- Rucking für Zone 2 Cardio
- Ggf. Trail Running (Zone 2, VO2max, spezifische Adaption für Hindernisrennen)
Grundsätzlich sind aber selbstverständlich auch andere Sportarten-Kombinationen sinnvoll und möglich, z.B. Yoga mit Crossfit und Trailrunning, etc. – je nach individueller Präferenz.
Das Wichtigste ist: Fang an.

P.S.: Als Inspiration zum Anfangen:
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